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Der Roland, die Weser und...

Für Johann Duhn ist auch der Borgward ein Wahrzeichen Bremens

 

- VON STEPHAN JESCHKE

08.01.2009 10:00:00

 

 

 

Oyten.  Von Freitag bis Sonntag, 6. bis 8. Februar, steigt sie wieder: die Bremen Classic Motorshow – eine Messe, die im AWD-Dome stattfindet und auf der sich 550 Aussteller aus elf Nationen rund um die Themen Oldtimer, Youngtimer, Automobile, Motorräder, Klassiker, Motorsport, Ersatzteile und Restaurierung präsentieren. Ein Pflichttermin für den 1981 gegründeten Borgward-Club Bremen und somit auch für Johann Duhn aus Oyten.
 

Der 68-jährige Bauunternehmer ist Mitbegründer und Ehrenmitglied des Vereins. Ihm wurde die Faszination für die von 1929 bis zum Konkurs 1961 in Bremen-Sebaldsbrück produzierte Automarke quasi in die Wiege gelegt. Sein Vater, Hinrich Duhn, arbeitete mehr als drei Jahrzehnte als Fräser für die von Carl Friedrich Wilhelm Borgward gegründete Unternehmensgruppe, die neben Borgward auch die Automarken Goliath und Lloyd herstellte.

 

Johann Duhn, der als junger Mann selbst acht Monate bei Borgward beschäftigt war - als Betriebsmaurer -, ist der Marke bis heute treu geblieben. Er nennt zwei Fahrzeuge des Herstellers sein Eigentum: ein 1957 gebautes Isabella Coupé, das er 1965 mit einen Tachostand von 180.000 Kilometern erwarb (heute sind es 540.000 Kilometer) und eine Isabella Limousine, die Duhn vor acht Jahren einer damals 94-jährigen Bremerin abkaufte. Der Wagen hat heute 110.000 Kilometer auf der Scheibe. Besonderheit: Er lief in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1961 als letzter Borgward überhaupt vom Band.

 


Duhn und seine Mitstreiter aus dem Borgward-Club haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Andenken an den großen Bremer Automobilhersteller (zu Hochzeiten 23.000 Beschäftigte) in Ehren zu halten. "Dass der Name nicht in Vergessenheit gerät und um zu zeigen, was in Bremen für schöne Autos gebaut wurden“, sagt Duhn und schlägt im nächsten Moment die Hände über dem Kopf zusammen. Er erinnert sich daran, wie er im Urlaub in Tirol einen Österreicher kennen lernte, der beim Anblick seines Oldtimers im Brustton der Überzeugung zum Besten gab, die Russen hätten aber gute Autos gebaut.

Freudiger sind da schon die Erinnerungen an das Gedächtnis-Rennen zu Ehren des 1968 auf dem Hockenheim-Ring verunglückten Formel-1-Rennfahrers Jim Clark. Dort war der Bremer Borgward-Club vor drei Jahren mit drei Coupés vertreten. "Und als der Ansager uns ankündigte, rasteten die Zuschauer regelrecht aus“, erinnert sich Duhn. Kein Wunder angesichts der Tatsache, dass von den 202.000 zwischen 1954 und 1961 produzierten Isabellas heute weltweit lediglich noch 3.000 in Betrieb sind.

Begeisterung erwartet Johann Duhn auch bei der Bremen Classic Motorshow, wenn die Messebesucher am zweiten Februar-Wochenende im AWD-Dome beim Borgward-Club vorbeischauen und eine Handvoll Fahrzeuge an dem wie in den 50er Jahren gestalteten Verkaufsstand in Augenschein nehmen können. Für Duhn jedenfalls ist der Name Borgward ebenso ein Wahrzeichen der Stadt Bremen wie der Roland und die Weser.
© Rotenburger Rundschau GmbH & Co. KG
 

 

Unser Dank geht an die Rotenburger Rundschau für die Überlassung des o. a. Beitrages!

 

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