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„Eine SPREE-Fahrt die ist lustig . . . „

 

Unter diesem Motto könnte man, getreu dem alten Schunkellied aus vergangenen Tagen, unseren Ausflug in den Spreewald ansiedeln. Clubfreund Wolfgang Schaffert hatte die Idee, mit Borgward & Co. in diesen Teil Deutschlands zu fahren, um dort einmal die Wirkung der Original Spreewaldgurken am eigenen Leib zu testen.

Die Idee wurde am 28. Sept. 2007, einem Freitag, in die Tat umgesetzt. Zwölf Besatzungen hatten sich angemeldet, neun fanden sich um 7.00 Uhr an der A 27, Raststätte Langwedel, zur Abfahrt ein, der Rest stieß an der A 7, Raststätte Allertal bzw. am Ziel in Lübben dazu. Wolfgang gab das Tempo vor, und ein ca. 500 m langer Rattenschwanz folgte ihm „auffällig“, wobei der Letzte mit 130 Sachen die Tuchfühlung halten musste.

   

 

 

Die Fahrt ging bis südlich Berlin, nur unterbrochen von einigen Tank- und P….. pausen, zügig voran. Dort wurde unsere „Borgward-Armada“ durch zwei Baustellen ein wenig aufgehalten. Auch das konnte uns nicht daran hindern, zur Kaffee- bzw. Teezeit im Regen in Lübben einzufahren, wobei wir auf der ganzen Strecke vorher von ihm verschont blieben.

 

Nach einigen „Aufregern“ fanden alle ihre Hotelzimmer, da wir auf zwei Adressen im Stadtgebiet aufgeteilt wurden. Eine feine Sache war anschließend der Besuch bei Jürgen Werner in Lübben. Dieser Mann hat sich seit 40 Jahren der Restauration von altem „Metall“ verschrieben. Um es genauer zu sagen, bringt er uralte Dampfmaschinen, Motoren, Traktoren, Motorräder und Kraftfahrzeuge wieder auf Trab, und das auf höchstem Niveau!

 

 

Davon konnten wir uns bei einem Rundgang durch sein Museum überzeugen. Was dort zu sehen ist, stellt einen einmaligen Querschnitt der Maschinenbaukunst des letzten Jahrhunderts dar. Der Mann hat uns mit seiner Art der Präsentation und sachlichen Erklärung restlos überzeugt, zumal er auch erwähnte, dass sogar mehrere ISABELLA zur DDR-Zeit von ihm restauriert wurden. (Woher er die wohl hatte? Ich sage: „Vitamin B“!)

 

Die Museumsbesichtigung klang mit einem Original Spreewaldessen, mit Pellkartoffeln, Speck-Grieben, ein wenig Sauerkraut, ganz vielen Gurken, Schmalzbroten und Getränken in einem Gäste-Partyzelt des Museumsdirektors aus (alles im Preis inbegriffen!).

 

   

 

Der Abend ging mit einem Kneipenbesuch in der Altstadt zu Ende, und die Fahrzeugbesatzungen fielen anschließend mehr oder weniger müde in die Betten! (Uns ging es wenigstens so!) Nach Tiefschlaf und sehr gutem Frühstück sollte die Fahrt dann durch den Spreewald nach Lübbenau gehen. Sollte!

 

Der Motor unserer ISABELLA sagte nach Schlüsseldrehung keinen Mucks. Kann er auch nicht, wenn man abends im dicken Regen die Zündung eingeschaltet lässt! Meinen Zündschlüssel kann man nämlich in jeder Stellung abziehen! Ja, das kann nicht jeder, darum war Starthilfe angesagt, und der Motor wurde wieder zum Leben erweckt.

 

       

 

Der Regen hatte aufgehört, und über Burg mit Bismarckturm und schönem Kahnhafen, trafen wir im Hafen von Lübbenau ein, um dort auf einem typischen Spreewaldkahn eingeschifft zu werden.

 

Im jetzt wieder einsetzenden leichten Regen, führte uns ein nicht sorbisch sprechender Wikingertyp von Kahnfahrer ca. 3 Stunden durch die Hauptspree und deren Fließe zum Museumsdorf nach Lehde und wieder zurück zu den an der Hafenkante auf uns wartende und dort schmählich zurück gelassenen „Borgis“.

 

       

 

Beeindruckt von den landschaftlichen Schönheiten und beladen mit Gurkeneimern, kehrten alle nach Lübben zurück, um sich dort, nach gemeinsamen Abendessen, einem Nachtwächter anzuvertrauen. Dieser charmante Märchenerzähler, der sein Handwerk verstand, zeigte uns Lübben bei Nacht und hatte beim Vortragen seiner Anekdoten und wundersamen Geschichten stets die Lacher auf seiner Seite. Während sich einige noch zu einem „Absacker“ hinreißen ließen, musste ich, gedanklich schon bei der Rückfahrt am nächsten Tag, ganz schnell ins Bett, um für weitere 500 km fit zu sein.

 

       

 

Wolfgang hatte sich für die Rückfahrt noch ein „Hochlicht“ (Highlight) ausgedacht. Wenn schon im deutschen Osten, dann richtig! Ein „kleiner Umweg von 60 km“, führte uns hinter Magdeburg Richtung Halle/Saale in das klitzekleine Dorf Glühde.

 

Dort erwartete uns in einem alten Gutshof ein Museum der besonderen Art.

 

Hier hat ein Sammler alles an Fahrzeugen zusammen getragen was damals in der DDR zu kaufen oder nicht zu kaufen war, oder was sich erfindungsreiche Bürger selbst gebaut haben.

 

Vom Puppenwagen, Kinderroller, Fahrrädern, Kinderwagen bis zum Motorrad, Motorroller, Krankenfahrstuhl, Trabi, Wartburg, Framo, Wohnwagen, Campingausrüstung und Rasenmähern im Eigenbau wird dem Besucher hier alles in einem riesigen Konvolut von Ausstellungsstücken gezeigt.

 

Nach Kaffee, Tee, Kuchen und Bockwurst und einem Abschiedsfoto vor dem Museum, erreichten wir gegen Abend unsere Garage in Bremen. So gut hatten es einige andere Club-Kameraden sicherlich nicht, hatten sie doch noch einige Kilometerchen mehr zurück zu legen, um sich ins Bett zu schmeißen!

 

Alles in allem ist zu sagen, dass es eine schöne, wenn auch für Besatzung und Fahrzeug eine nicht immer ganz leichte Tour in den schönen Spreewald war. Immerhin fuhren wir in drei Tagen fast 1 150 km, und das, bis auf eine leere Batterie und nachlassendem Luftdruck hinten rechts, ohne Probleme.

 

Unserem Wolfgang gilt noch einmal unser aller Dank, für alles das, was er sich mit uns angetan hat.

 

Bernd Krukenberg, im Oktober 2007

 
 

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